Erinnert ihr euch noch an unseren Beitrag vom letzten Jahr und unseren Renovierungsprojekten 2025? Tja, dieses Jahr haben wir an der Fortsetzung geschrieben. Es regnete schon wieder und zwar drinnen! Um unseren Standard als familiäres Ferienhaus in Schweden zu halten, gab es keine Alternative: Das Bad im Obergeschoss musste komplett auf links gedreht werden. Es war ein echter Krimi – wer zu lange unter der Brause entspannte, riskierte, dass man im Erdgeschoss unfreiwillig den Regenschirm aufspannen musste. Da das Duschwasser also ab und zu mal beschloss, den direkten Weg durch die Decke nach unten zu nehmen, haben wir radikal die Reißleine gezogen.
Falls Ihr die Projekte aus dem letzten Jahr lesen wollt – hier der Link: „Tropft es noch oder regnet es nur draußen?“
So sah unser Badezimmer vor der Sanierung aus.



Der schwedische Endgegner: Holz vs. Rigips
Wir dachten uns: „Hey, wir haben in Deutschland schon Bäder saniert, das klappt auch hier!“ Spoiler-Alarm: Nein. Ein Holzhaus ist eine ganz eigene Diva. Den Abriss haben wir uns natürlich nicht nehmen lassen (irgendwo muss die Energie ja hin!). Dabei machten wir eine Entdeckung, die uns fast den Verstand raubte: Die Vorbesitzer hatten tatsächlich Rigips auf dem Boden verbaut und darauf einfach die Fliesen gesetzt, ohne Sperrfolie. Das Zeug saugt Wasser wie ein Schwamm auf. Durch winzige Fugenlöcher hat sich der Boden über Jahre vollgesogen. Als wir die Fliesen beim Abriss abklopften, standen wir vor einem nassen Papp-Gips-Trümmerhaufen.
Wer glaubt, dass eine Badsanierung in einem Holzhaus genauso abläuft wie in einem klassischen Haus, der irrt gewaltig. In Nordeuropa, besonders in Schweden, hat man einen extrem hohen Anspruch an Funktionalität und Wasserdichtigkeit. Das Zauberwort heißt hier „Våtrum“ (Nassraum)-Konzept.
Aufgrund des Klimas und der Holzbauweise stehen Feuchtigkeitsschutz und hochwertige Abdichtungssysteme an erster Stelle. Wir haben uns daher für die typisch nordische Sanierungsvariante mit speziellen Kunststofffolien (Våtrumstapet/matta) entschieden. Warum? Ganz einfach: Holz arbeitet, Holz atmet und Holz verzeiht keine Fehler. Diese Materialien sind absolut wasserdicht, aber flexibel genug, um die Bewegungen des Hauses mitzumachen. In diesen Breitengraden ist das schlichtweg der Goldstandard für Langlebigkeit.




Vier Wochen Hoffen und Bangen
Das hieß für uns: Baustopp. Bevor auch nur eine neue Schraube gesetzt werden konnte, mussten wir vier Wochen lang trocknen, trocknen und nochmals trocknen. Das Ganze war ein echter Krimi, denn der Kalender tickte unerbittlich: Die nächsten Gäste waren bereits gebucht und wir haben unserer eigenes Badezimmer schon als Gästedusche gesehen. Es war eine extrem knappe Kiste, aber pünktlich zur Schlüsselübergabe war alles trocken und schick! (Danke auch an Familie Schmidt, die uns ihr Vertrauen geschenkt hat, das alles pünktlich fertig wird).




Die Akte „Duft-Maus“: Von Sanitär-Kunst und schwedischer Physik
Die Firma, die die Sanierung übernommen hat, machte im Kabuff im Untergeschoss eine Entdeckung, die eher in eine Galerie für moderne Kunst passte. Hinter einer Wand kam ein verstecktes Abflussrohr zum Vorschein, das einen stolzen Zentimeter Luftschlitz vorweisen konnte – quasi eine Standleitung zur Kanalisation. Als Bonus war ein „dekoratives Handtuch“ liebevoll um das Warmwasserrohr gewickelt worden. Was sich der Künstler dabei gedacht hat (Vielleicht eine frühe Form der ökologischen Rohrdämmung?), wird wohl ein Geheimnis bleiben.
Das Beste war jedoch die Lösung für unsere gelegentlichen Geruchsprobleme. Wenn wir oder unsere Gäste über seltsame Düfte klagten, spekulierten schwedische Freunde: „Achhhhh, das sind bestimmt tote Mäuse in der Wand! Das ist hier völlig normal!“ Heute können wir die Ehre der schwedischen Nagetiere offiziell wiederherstellen: Die armen Mäuse waren völlig unschuldig! Es waren keine Untermieter, sondern schlicht die Physik der Kanalisation. Die Profis haben jetzt alles fachmännisch versiegelt und isoliert und in der Vallesborg duftet es endlich nur noch nach frischer Waldluft.
Bye-bye Badewanne, Hej Doppelwaschbecken!
Das alte Bad (80er-Jahre-Orange, wir werden dich nicht vermissen!) ist Geschichte. Wir haben die Badewanne rausgeworfen, um Platz für das zu schaffen, was man in einem modernen Ferienhaus wirklich braucht: Platz!
Das erwartet euch jetzt:
- Doppelwaschbecken & XXL-Waschtisch: Endlich kein Ellbogen-Check mehr beim Zähneputzen. Eure Kulturbeutel verschwinden einfach in den riesigen Schubladen.
- Glastür statt Klebe-Vorhang: Der Duschvorhang, der einen beim Einseifen immer „umarmt“ hat, ist weg. Dank neuem Gefälle bleibt das Wasser da, wo es hingehört.
- Wohlfühl-Klima: Neues Fenster, neue Tür und eine Handtuchheizung.
Fazit: Wir sind bereit für 2026
Die Vallesborg hat jetzt zwei Badezimmer, die nicht nur modern aussehen, sondern auch technisch auf dem neuesten Stand ist – ganz ohne „Rigips-Fiasko“ unter den Füßen.
Kein Tropfen mehr im Erdgeschoss, kein „Mäuse-Geruch“ und ganz viel Stauraum für euch. Die Sanierung war eine harte Nuss. Wir haben in dem Zuge nicht nur das Bad saniert sondern sogar alle Leitungen getauscht – sicher ist sicher. Wir freuen uns riesig, wenn ihr das neue Bad einweiht. Viel Spass beim Duschen.





